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Der Grubenwanderweg

Dieser 16 km lange Weg ist für Wanderer und Radfahrer gleichermaßen gut geeignet.


Er führt an etlichen ehemaligen Braunkohletagebauen vorbei. Wer sich besonders für die Industrie- und Bergbaugeschichte im Bitterfelder Land interessiert, der ist hier richtig.
Der Weg, der mit einem gelben Strich auf weißem Grund ausgeschildert ist, beginnt am Bahnhof Jeßnitz. Von hier aus geht es zunächst nach Wolfen in den Südpark. Der Südpark entstand in den 80er Jahren auf dem Gelände der ehemaligen Kniegrube. Diese Grube war der nördlichste Ausläufer der ehemaligen Grube Greppin, die 1850 erschlossen wurde. In unmittelbarer Umgebung gab es bis in die 30er Jahre hinein auch die bekannten Greppiner Werke.
Der Weg führt nun weiter zur ehemaligen Grube Johannes. Sie wurde 1846 erschlossen. Der See, den wir in dem Restloch vorfinden, hatte einst als Silbersee von Wolfen zweifelhafte Berühmtheit erreicht. Er wurde als Spüldeponie der Filmfabrik genutzt.
In der Nähe von Sandersdorf treffen wir auf die dritte ehemalige Grube. Es ist die Grube Hermine, die 1875 erschlossen wurde. Später wurde sie als Spüldeponie für Industrieasche genutzt.
Bei Sandersdorf treffen wir weiterhin auf die Grube Karl-Ferdinand. Aber dieser Name wird heute kaum noch benutzt. Sie heißt heute Förstergrube. Hier finden wir ein Strandbad, verschiedene Freizeiteinrichtungen und einen Rundweg um den See.
Weiter geht der Weg nun in Richtung Zscherndorf. Unterwegs kommen wir an zwei kleineren Restlöchern vorbei. Es sind die Gruben Richard und Luise. In der Nähe der Grube Luise stand eine Brikettfabrik, die zuletzt bis 1991 als Heizwerk für das Sandersdorfer Neubaugebiet genutzt wurde.
In der Nähe von Zscherndorf befindet sich ebenfalls die Grube Vergißmeinicht. Hier begann man um 1858 mit dem Abbau von Braunkohle. Die Grube ist auch unter der Bezeichnung Restloch Postgrube bekannt.
Etwas abseits vom Wanderweg ist auch die Moorgrube Zscherndorf zu finden. Sie ist ein Ausläufer der sogenannten Deutschen Grube. Die Moorgrube entstand bereits um 1847 herum und ist somit eine der ältesten Zeugnisse der Braunkohlebergbaues in der Region.
Der Wanderweg bringt uns weiter in Richtung Roitzsch. Hier treffen wir zunächst auf die Grube Freiheit III, die man als einen Ausläufer der altehrwürdigen Grube Auguste bezeichnen kann. Mit der Grube Auguste zwischen Bitterfeld und Roitzsch begann der Braunkohlenbergbau um Bitterfeld vor 1840. Bis 1950 wurde hier noch Kohle gefördert.
Die Wandertour endet in der unmittelbaren Nähe von Roitzsch. Die Grube Freiheit II, ehemals Grube Theodor genannt, ist heute ein Erholungsgebiet. Der See an der kleinen Bungalowsiedlung lädt zum Baden ein.
Die Rückfahrt der Wanderfreunde ist vom Haltepunkt Roitzsch aus in Richtung Halle, Bitterfeld, Dessau und Wittenberg möglich.