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Die Mütter der Mulde

Wussten Sie schon, dass es falsch ist, einfach nur „die Mulde“ zu sagen? Den Fluss „Mulde“ gibt es hierzulande nämlich mehrmals.


Die „Vereinigte Mulde“, die durch das Muldetal rauscht, hat drei Mütter und viele Großmütter.

Im Erzgebirge, am Nordhang des Fichtelberges entspringt die Zschopau, ihre erste Mutter. Die Quelle liegt in einer luftigen Höhe von über 1000 Metern. Bis sie ihre Mündung in die Freiberger Mulde erreicht hat, bekommt sie noch viel Wasser von ihren Nebenflüssen Flöha, Pöhlbach, Preßnitz und Sehma. Bei Töpeln mündet die Zschopau denn in die Freiberger Mulde.

Die Zwickauer Mulde, die zweite Mutter, ist eine Vogtländerin. In der Nähe von Schöneck kommen ihre Quellflüsse an’s Tageslicht. Man nennt sie die Rote Mulde und die Weiße Mulde. Doch bereits nach wenigen Kilometern ist deren Reise wieder beendet. Beide Bäche speisen die Talsperre Muldenberg. Der Flusslauf, der dieses Wasserresrevoir dann wieder verläßt, ist die Zwickauer Mulde.
Auf seinem 128 Kilometer langen Weg durchfließt er die Städte Aue, Zwickau, Rochlitz und Colditz, bevor er sich bei Sermuth in Sachsen mit der Freiberger Mulde vereinigt.

Die Quelle des dritten Mutterflusses, der Freiberger Mulde, befinden sich in Tschechien, oberhalb von Moldava, ganz nahe an der deutschen Grenze. Bis nach Nossen hat sich das Wasser ein bis zu 100 Meter tief eingeschnittenes Tal geschaffen. Zuflüsse der Freiberger Mulde sind die Bobritzsch, die Gimmlitz und die Striegis sowie die Zschopau.

Erst bei Sermuth, etwa 13 Kilometer von Grimma entfernt, verschmelzen die Freiberger und die Zwickauer Mulde zur Vereinigten Mulde.