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Bitterfelder Bernstein

Bitterfelder Bernstein
Bitterfelder Bernstein
Quelle: R. Bayer
Bernstein gibt es beim Juwelier. Oder auch an der Ostsee.


Aber es gibt auch Bernstein in Bitterfeld. Dort, wo jetzt Bitterfeld
ist, die Mulde fließt und der Goitzschesee sich erstreckt, gab es vor
25 Millionen von Jahren, also in der Zeit der Tertiär, große
Nadelholzwälder. Aus den Stämmen und Ästen flossen oftmals Harztropfen.
Sie schlossen alles in sich ein, was ihnen in den Weg kam. Vermengt mit
kleinsten Pflanzenteilchen, Samen und winzigen Tierchen trockneten die
Stückchen und gelangten schließlich in die Erde.

Dort überdauerten sie als unscheinbare, schmutzige Klümpchen die
Jahrmillionen. Erst im späten 17. Jahrhundert fanden interessierte
Menschen das eine oder andere Stück beim Graben in der Erde.

Richtig entdeckt wurde der Schatz im Bitterfelder Boden jedoch erst mit
der Erschließung der riesigen Braunkohletagebaue rund um Bitterfeld.
Was zunächst im Abraum und ab und an in den Taschen findiger Bergleute
landete, wurde ab Anfang der 70er Jahre dann richtig abgebaut. In den
Jahren von 1975 bis 93 förderte man hier mehr als 400 t Bernstein.
Geologen vermuten, dass mindestens noch doppelt so viel in der Erde
verborgen ist.

Die Bernsteinstücke wurden weitgehend vom Unternehmen VEB Ostseeschmuck
zu Ketten und Armbändern verarbeitet. Aus Kleinstteilen gewann man
Bernsteinöl für die Industrie.

Wer noch mehr über die dunkelgelben Schönheiten aus vergangenen Zeiten
erfahren möchte, der sollte unbedingt dem Bernsteinkabinett im
Kreismuseum Bitterfeld einen Besuch abstatten. Hier kann er viele
wunderbare Fundstücke bewundern.

Wer allerdings selbst auf Bernsteinsuche gehen möchte, der hat mit
Sicherheit Pech. Denn das einstige Abbaugebiet befindet sich bis zu 70
m unter dem Spiegel des Goitzschesees.
 

Galerie : Bitterfelder Bernstein
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